Was kann das Kindle Phone?

Das Amazon Kindle hat sich allen Unkenrufen zum Trotz zu einem Bestseller entwickelt, der täglich Tausende Male über die Ladentheke geht. Alleine in des USA besitzen inzwischen rund 20 Millionen Menschen einen der praktischen E-Book-Reader. Was die User an dem Gerät stört, ist neben dem eingeschränkten Internetzugang die Tatsache, dass man nicht telefonieren kann. Seit einigen Monaten kursieren im Netz Gerüchte, dass Amazon diesen Makel nun beheben will. Das “Kindle Phone” soll dem Vernehmen nach ein vollwertiges Mobiltelefon sein, das die Vorteile eines E-Book-Readers mit denen eines Smartphones kombiniert.

Auf dem bekannten Techblog Boy Genius Report (BGR) sind seit Kurzem sogar Bilder des Kindle Phone zu sehen. Die meisten Branchenkenner gehen davon aus, dass es sich dabei nicht um Fälschungen handelt. Für die Echtheit der Fotos sprechen ihrer Ansicht nach die fünf Kameras an der Vorderseite des Geräts. Hierbei handelt es sich offenbar um Infrarotlinsen, die darauf hindeuten, dass das Kindle Phone eine dreidimensionale Nutzeroberfläche haben wird. Der Screen passt sich automatisch der Kopfhaltung des Besitzers an und lässt so einen 3D-Effekt entstehen. Eine ähnliche Technologie ist im Nintendo 3DS verbaut.

Gefälliges Design ohne Überraschungen

Das Design des Kindle Phone ist schick, aber unspektakulär. Das auf den Fotos abgebildete Gerät ist flach und ganz in schwarz gehalten. Es ist jedoch zu erwarten, dass auch andere Farbvarianten angeboten werden. Eines ist schon jetzt sicher: Sobald das Gerät auf den Markt kommt, werden in den Innenstädten großflächige Werbeblachen vor den Mobilfunkläden aufgehängt, mit denen die Leute für das Amazon-Gerät begeistert werden sollen. In der Mobilfunkbranche ist es schon seit Langem üblich, mit Werbeblachen auf aktuelle Angebote hinzuweisen. Werbeblachen haben den Vorteil, dass sie in Fußgängerzonen sofort die Aufmerksamkeit der Passanten erregen und wie ein Staubsauger wirken, der die Leute in den Laden hineinzieht.

2 GB Arbeitsspeicher sollen zügiges Arbeiten ermöglichen

Was die technischen Spezifikationen des Kindle Phone anbelangt, gibt es bislang wenige Informationen. Als Betriebssystem dient offenbar Android. Die Bedienoberfläche orientiert sich an der der “Kindle Fire”-Tabletcomputer. Die Betreiber des oben erwähnten Blogs wollen außerdem erfahren haben, dass das Gerät mit 2 GB Arbeitsspeicher ausgestattet sein soll. Das Display soll eine Größe von 4,7 Zoll aufweisen und eine Auflösung von 720p erreichen. Dies entspräche dem heutigen Standard, wäre aber keine technische Meisterleistung. Konkurrenzprodukte wie das HTC One M7 und das Sony Xperia Z bieten eine 1080p-Auflösung mit einer weit höheren Pixeldichte.

Wie nicht anders zu erwarten, wird das Amazon-Smartphone vorerst nur in den USA erhältlich sein. Als möglicher Veröffentlichungszeitraum wird der September genannt. Amazon ließ bereits durchblicken, dass man weniger mit dem Kindle Phone selbst als an den Einkäufen verdienen will, die mit dem Gerät getätigt werden. Diese Rechnung wird wohl auch dieses Mal aufgehen: Die Amerikaner sind ein äußerst konsumfreudiges Volk, das auf Werbung sehr gut anspricht. Sobald in den Shoppingmeilen Werbeblachen aufgehängt werden, ist damit zu rechnen, dass die Leute in Scharen in die Läden strömen. Große Ketten wie Walmart oder Safeway nutzen gerne und oft Werbeblachen, um auf Sonderaktionen aufmerksam zu machen.