Suchmaschinenoptimierung: Das Ende der Gastartikel-Industrie

Was der legendäre Steve Jobs für die Apple-Fans war, ist Matt Cutts für die Internetgemeinde. Der langjährige Google-Mitarbeiter ist einer der wenigen Experten, dessen Wort in der von selbsternannten “Gurus” übervölkerten Szene etwas gilt. Wenn Cutts einen Artikel veröffentlicht oder ein Interview gibt, hört jeder gebannt zu. In einem seiner letzten Posts widmet sich der Meister dem Thema Guest Blogging. Vielen Webmastern, die mit der Suchmaschinenoptimierung ihr Geld verdienen, dürfte der Tenor nicht gefallen: In seinem Artikel macht Cutts unmissverständlich klar, dass Guest Blogging gegen die Google-Richtlinien verstösst.

Es sei zwar nicht generell verboten, Texte auf fremden Blogs zu veröffentlichen, die einen Backlink zur eigenen Seite enthalten; wenn daraus jedoch Methode wird, greift Google hart durch. Damit ist die Suchmaschinenoptimierung wieder einmal um eine Methode ärmer, die über Jahre gut funktioniert hat. Es ist damit zu rechnen, dass Google in Zukunft verstärkt ein Auge auf Webseiten haben wird, die im Verdacht stehen, ihre Links zum großen Teil von Gastartikeln auf Fremdseiten zu beziehen.

Gastposts, die ausschließlich zum Zweck des Linkbuildings geschrieben werden, sind Google schon seit langer Zeit ein Dorn im Auge. Das Problem besteht darin, dass sich durch das massenhafte Posten derartiger Artikel die Suchmaschinenergebnisse relativ leicht manipulieren lassen. In der Webmasterszene ist es nicht ungewöhnlich, dass Tag für Tag Dutzende von Gastartikelanfragen im elektronischen Briefkasten landen. Unter den eingesandeten Artikeln finden sich jedoch nur äußerst selten Texte, die für den Leser einen echten Mehrwert darstellen. Manche Linkbuilder besitzen sogar die Dreistigkeit, maschinengenerierte Artikel einzusenden und um eine Veröffentlichung zu bitten.

Wer sich im Feld der Suchmaschinenoptimierung bewegt, sollte zukünftig darauf achten, dass gepostete Gastartikel mindestens die gleiche Qualität haben wie der Rest der Inhalte, die auf der Seite zu finden sind. Echte Gastartikel werden geschrieben, um einem Blog mehr Tiefe zu geben und Autoren zu Wort kommen zu lassen, die von der Materie etwas verstehen. Gegen solche Artikel hat Google laut Cutts auch in Zukunft nichts einzuwenden.

Wer den Post auf mattcutts.com aufmerksam liest, entdeckt einen interessanten Hinweis, der jedem Webmaster zu denken geben sollte. Cutts merkt an, dass im Bereich der Suchmaschinenoptimierung immer wieder Trends auftauchen, die zunächst authentisch sind und bei den Suchmaschinen keinen Argwohn erregen. Sobald sich aber alle SEO-Experten darauf stürzen und die Methode automatisieren, wendet sich das Blatt. In der letzten Zeit hat sich eine regelrechte Industrie herausgebildet, die Gastartikel-Dienstleistungen anbietet– vom Anschreiben der Blogeigner bis zum Verfassen der Texte.

Einige Webmaster stellen sich inzwischen mit Recht die Frage, welche Vorgehensweisen bei der Suchmaschinenoptimierung in Zukunft noch geduldet werden. Dinge, die noch vor zwei Jahren funktionierten, sind heute für das Ranking pures Gift. Cutts rät dazu Folgendes: Wer seine Suchmaschinenplatzierung langfristig verbessern will, sollte sich zuallererst um die Qualität seiner Seiteninhalte kümmern. Veröffentlicht man konsequent hochwertige Texte, ist man auf der sicheren Seite. Interessante Artikel werden oft und gerne verlinkt, sodass man im Laufe der Zeit ohne eigenes Zutun einen ausgewogenen und organischen Linkmix bekommt. Fügt man einige Gastartikel auf etablierten Webseiten hinzu, steht einer guten Platzierung nichts im Wege.